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1991/12/31 Alternativen zur Tele-Heimarbeit
DIR Ein Forschungsbericht des Instituts für Soziales Design
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Ein Forschungsbericht des Instituts für Soziales Design

Sehr genau und äußerst informativ geht das ISD der Frage nach, welche ganzheitlichen (soziale, gesellschaftliche, organisatorische und technische) Konsequenzen die tatsächliche Realisierung einer heute - technisch -möglichen Arbeitsorganisation hat. Die Studie bietet einen Überblick über dieverschieden (sozial verträglichen) Tele(heim)arbeitsformen, in welchem Ausmaß diese Arbeitsformen international verbreitet sind und wer in Österreich zum Tele(heim)arbeiter (bzw. zur Tele-heimarbeiterin) wird.

Besonders eindrucksvoll sind die fünf ausführlichen Fallstudien zum Thema Heimarbeit in Österreich. Im Gegensatz zum nivellierenden Number-Crunching einer sich bloß oberflächlich exakt gebenden quantitativen Sozialforschung, erlauben diese Fallstudien tiefe Einblicke in die vollständige Umstellungaller Lebensverhältnisse eines Heimarbeiters. Resümee der Fallstudien aus der Sicht des Rezensenten: Die Entscheidung vom "normalen" Büroangestellten zum Teleheimarbeiter zu konvertieren, ist eine ähnlich einschneidende Entscheidung, wie die Entscheidung eines alteingesessenen Bergbauern alsWochenpendler auf den Bau zu gehen.

Resümee der Studie: Teleheimarbeit führt tendenziell zur Strukturverstärkung: Für Angehörige höherwertiger Berufe (z.B. aus der EDV) bedeutet Teleheimarbeit zusätzliches Prestige und den Gewinn zusätzlicher persönlicher Freiheit. Für Menschen, die eher Routinearbeiten durchzuführen haben (z.B.:Schreibarbeiten) bedeutet Teleheimarbeit oft den Verlust bisheriger arbeitsrechtlicher und sozialrechtlicher Errungenschaften und vielfach auch Einkommensverluste (Teleheimarbeiter müssen allzuoft ihre teure Arbeitsausstattung selbst finanzieren).

Ohne bewußtes Gegensteuern durch Interessensvertreter und Gesetzgeber bedeutet Teleheimarbeit die aktuelle Gefahr der Aushöhlung der Errungenschaften des Sozialstaates. Schon allein aus diesem Grund ist diese Studie Pflichtlektüre für alle Personen, denen Arbeitnehmerinteressen ein Anliegensind.

Institut für Soziales Design, Alternativen zur Tele-Heimarbeit, Wien 1989, Selbstverlag, 334 Seiten, erhältlich bei: Institut für siziales Design, 1100 Wien, Grenzackerstr. 7-11/19




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