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2005/06/20 Aus der bizarren Welt der Inkasso Wottle
Eine Fülle von Reaktionen löste unser Bericht zur Inkasso Wottle aus - kritisierte Weblinks wurden schlagartig vom Netz genommen - Sicherungsbestand steht jedoch Behörden zur Verfügung - im Burgenland ticken die Uhren in Punkto Gewerbe und Datenschutz anders - Ursula Wottle selbst fehlt(e) auf Schuldnerliste

Fülle von Reaktionen

Eine Fülle von Reaktionen (und Nicht-Reaktionen) löste unser Bericht zu den Privatfahndungsmethoden des Inkassobüros Wottle aus (http://www2.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=PUB-TEXT-ARGED...). Angebliche Schuldner wurden mit Namen und Adresse als "schwarze Liste" im Internet veröffentlicht.


(1) EU- und Burgenlandförderung

WHR Mag. Georg Schachinger von der Regionalmanagement Bgld GmbH (RMB) (http://www.rmb.co.at) bestätigte, dass die Homepage von Frau Wottle tatsächlich im Jahr 2003 durch EU-Gelder und Gelder der burgenländischen Landesregierung gefördert wurde. Gerechtfertigt wurde das Vorgehen, dass man damals nicht wissen konnte, dass in Zukunft in prangerartiger Form Informationen präsentiert würden. Immerhin hat man sich entschlossen, die Homepage zu prüfen.

Hans G. Zeger: "Wir nehmen die Rechtfertigung zur Kenntnis, müssen aber schon fragen, warum die Gestaltung einer simplen kommerziellen Homepage förderwürdig sei."


(2) Nationalrat Steier

Der Abgeordnete zum Nationalrat, Gerhard Steier sagte zu, die zuständige Landesrätin Verena Dunst mit der Angelegenheit zu befassen.


(3) Burgenländisches Bürgerservice

Keinen Grund zum Einschreiten sieht jedoch das burgenländische Bürgerservice. Abgesehen davon dass es von der durch die RMB (siehe oben) bestätigten Förderung nichts wusste, wurden auch keine verwaltungsrechtlich relevanten Tatbestände gefunden. Was zumindest in Hinblick auf die Datenschutzbestimmungen sicher falsch ist, da davon mehrere betroffen sind, die praktisch durchwegs im DSG 2000 verwaltungsrechtlich geregelt sind. Offenbar gehört Datenschutz nicht zum burgenländischen Bürgerservice.


(4) Wirtschaftskammer

Reagiert hat auch die Wirtschaftskammer Wien, Pfuschererhebung. Diese teilt uns mit, dass schon im April 05 die Bezirkshauptmannschaft Güssing auf die - vermutlich - gewerberechtswidrigen Aktivitäten von Inkasso Wottle hingewiesen wurde, aber offenbar bisher nicht darauf reagiert wurde.

"Mit Empörung stelle ich nun fest, dass dieser Anregung bisher nicht nachgekommen worden ist. Es wird ho. [WIrtschaftskammer, Anm.] immer wieder festgestellt, dass im Burgenland die Uhren hinsichtlich der lockeren Vergabe von Gewerbeberechtigungen - jetzt bezogen auf das Sicherheitsgewerbe - offensichtlich anders gehen.", meinte der Sachbearbeiter offenbar ziemlich resigniert.


Inkasso Wottle bietet Fullservice an

Nach unserer Aussendung hat uns eine aufmerksame Leserin noch auf eine weitere Eigenschaft der Wottle-Seiten aufmerksam gemacht.

Ging man unter http://www.wottle.net/html/index.php?id=801 auf den Link zum Bild  "Privatfahndung im Internet" kam man auf die Website http://www.egp.at. Inhaber der Domain zur Website ist Claus Wottle, Thema der Site: eine billig gemachte Pornoseite der 'Hobbyhure aus der Steiermark' (Eigendefinition). Mit einschlägigem Bildmaterial und Angeboten, inklusive entsprechender Dienste auf einem Friedhof.

Der Link ist zwar sofort nachdem wir Beamte der Burgenländischen Landesregierung verständigt hatten, verschwunden, die Seite blieb aber (zumindest bis zum Wochenende/17.6.05) im Netz (Muster: http://www.egp.at/html/index.php?id=3793) und ist jetzt unter http://www.d4you.at/ abrufbar.

Selbstverständlich hat die ARGE DATEN von allen zitierten Seiten Sicherungsbestände erstellt und kann sie einschreitenden Behörden zur Verfügung stellen.

Auch die Links zu den privaten Fahndungslisten, den angeblichen Schuldnern und den schwarzen Listen von Personen und Unternehmen wurden entfernt, die Informationen sind jedoch weiterhin im Internet abrufbar (Beispiel: http://www.aufenthaltsermittlung.com/html/index.php?id=852, Stand 17.6.05).


Wottle auch als Arbeitskräftevermittlerin tätig

Auch als - besondere - Arbeitskräftevermittlerin entpuppt sich die Wottle-Gruppe, wenn man http://www.erotik-jobs.at aufruft.

Sekretärinnen werden dann mit folgenden Formulierungen gesucht: "EDV Firma sucht zum ehest möglichen Termin junge Büroschreibkraft ... Dein Idealprofil lautet: Weiblich, 18-ca.30J., mobil, arbeitszeittechnisch flexibel, sexuell aufgeschlossen, gerne etwas devot, offenherzig und zeigefreudig. Ein Faible für aufreizende Kleidung und sexuell provokatives Verhalten am Arbeitsplatz gegenüber dem Chef ist erwünscht."

Uns war bisher nicht bekannt, dass es einen Gewerbeschein für die Vermittlung von Sex-Diensten gibt, Unternehmensgruppe Wottle hat uns eines besseren belehrt. Andere Stellen-Angebote, etwa als "24/7-Sklavin", zu zitieren, verbietet der gute Geschmack.


Ursula Wottle selbst fehlt(e) auf Schuldnerliste

Es paßt zum Gesamtbild, obwohl es schon fast ein Kuriosum ist. Frau Wottle selbst fehlt auf ihrer Schuldnerliste auf der Suche nach Geschädigten, obwohl es einigen Grund dazu geben dürfte. Verzeichnet doch die EDIKTE-Datenbank des Justizministeriums einen abgewiesen Konkurs eines Vereins zur Tierrettung SEK, bei der sie zum Zeitpunkt des Konkurses verantwortliche Obfrau war.

Es war uns bisher nicht bewusst, dass es zum Befähigungsnachweis für Inkasso/Schuldnerdienste gehört, selbst einmal ein Konkursverfahren gemacht zu haben.

Tiere, Kinder, Hobbyhure und durchsetzungskräftige Inkassomannschaft, Herz was willst Du noch mehr von einem burgenländischen Kleinunternehmer?


Behörden werden (nicht) aktiv

Es kann uns freuen, wenn nunmehr, aufgeschreckt durch die ARGE DATEN - Berichterstattung einzelne Stellen aktiv werden. Doch zu spät, zu langsam, zu zögerlich und warum erst auf Grund privater Initiative?

Wieviele Kontroll- und Aufsichtsmechanismen müssen versagen, damit derartiges möglich ist? Und denkt sich eigentlich niemand etwas dabei, jemandem Kinder anzuvertrauen, der im Nebengeschäft auch eine Hobbyhurenseite betreibt?

Hans G. Zeger: "Zur Klarstellung sei angemerkt, dass es uns in keinster Weise um die privaten Sexfantasien von Wottle und Co geht. Inkassodienste greifen jedoch mit ihren Ikassomethoden massivst in die persönliche und wirtschaftliche Existenz von Menschen ein und es erscheint uns mit einer seriösen Geschäftsgebahrung unvereinbar, dass jemand einen derartig bizarren Tätigkeitsmix betreibt."

Umfang der Webpräsenz, die Fülle der Themen, die Zahl der Gewerbeberechtigungen und Angebote, das hartnäckige Weiterveröffentlichen höchst fragwürdiger Inhalte, die offensichtlichen Beziehungen zu einer 100%ige Tochter des Landes Burgenland (Regionalmanagement Bgld GmbH) und die Weigerung Datenschutz- und Konsumentenschutzinteressen der Bürger wahrzunehmen, lassen den Schluß zu, dass auch hochrangige burgenländische Organe und Politiker involviert sind oder zumindest deren Wohlwollen besteht. Ob es hier einen Zusammenhang mit den bizarren Sexvermittlungsdiensten gibt?


Dubiose GOMOPA-Website

Auch eine der Datenquellen für die "schwarzen" Listen der Frau Wottle dürfte identifiziert sein. Als Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC wird unter http://www.gomopa.net eine sonderbare Website zum Thema "graue Finanzmärkte" betrieben. Nach Eigendarstellung nutzt man den bekannten Namen "Goldman" bewußt zur Irreführung

"Goldman Morgenstern & Partners Waren Sie auch der Meinung, dass Sie unseren Namen bereits irgendwoher kennen? Verbanden Sie irgendetwas Positives mit Goldman Morgenstern & Partners oder dachten Sie an Rechtsanwälte, Consulter, Investment Banker? Dann haben Sie exakt das gemacht, was mit der Namensgebung beabsichtigt war."

Offenbar möchte man mit unseriösen Methoden unseriöse Finanzmärkte bekämpfen. Kommentar überflüssig.

mehr --> Warnung vor privatem "Schuldnerfahndungsdienst"
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mehr --> Auch Arbeitsvermittlung bietet Wottle an
mehr --> Graue Informationen zu grauen Finanzmärkten?
mehr --> Bizarres Service?

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