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1998/11/02 Echelon gewinnt 'Big Brother Award', Menwith Hill erhält 'Livetime Award'.
Seit 1959 ist die Abhörstation in Menwith Hill in Betrieb. Sie ist eine der wichtigsten im Rahmen des Überwachungssystems Echelon.
Jetzt wurde sie von Privacy International mit dem 'Big Brother Lifetime Award' bedacht. Und damit für ihre Verletzung der Menschenrechte 'ausgezeichnet'.

Big Brother Preis geht an Echelon
Erich Moechel, 28.10.98

Die Britische Abhörstation Menwith Hill wurde mit einem 'Lifetime Award' für permanente Verletzung der Menschenrechte ausgezeichnet

'Wir waren völlig überrascht vom überwältigenden Echo seitens der Medien und des Publikums', sagt Simon Davies, Initiator und Vorsitzender von Privacy International, eine der renommiertesten Datenschutzgruppen im Internet.

Die Verleihung der Big Brother Awards am Montag abends in London wurde von einem Eklat begleitet, als auf dem Videoscreen Szenen vom Vormittag gezeigt wurden. Ein unter dem Namen Richard Makepeace bekannter Aktivist, der den Preis - einen Stiefel, der den Kopf eines Menschen tritt - im Department of Trade and Industry (DTI) überreichen wollte, wurde von Polizeibeamten an den Haaren aus den Räumen der ministeriellen Preisträger entfernt.

Ausgezeichnet wurde das britische DTI für seine unermüdlichen Bestrebungen, sogenannte 'Key Escrow'-Programme als Standard für Britanniens E- Commerce einzuführen.

Weitere Preisträger in den Kategorien 'Produkte' und 'Firmen' wollten ihre zum fünfzigsten Jahrestag der Abfassung von George Orwells Roman '1984' verliehenen Preise genausowenig haben wie das Newham Council. Die Verwaltung des Londoner Stadtteils hatte diesen zum Zwecke der Bekämpfung von Verbrechen im September mit 140 vernetzten Kameras und biometrischer Software in ein digitales Affenhaus umgestaltet.

Der Lifetime Award aber ging an den Antennenpark der Royal Airforce in Menwith Hill unweit von Leeds. In der Kette des globalen Echelon Abhörsystems ist dies eine der wichtigsten Stationen, deren unter riesigen Kuppeln versteckte Teleskopantennen die gesamte Kommunikation Europas überwachen.

'Anscheinend haben wir ein Zeichen gesetzt', sagt Simon Davies, 'auf das viele Menschen schon lang gewartet haben, denn so ein Echo habe ich in all den Jahren noch nie erlebt. Wir hatten nicht nur einen Querschnitt der Gesellschaft im Publikum - von Menschen in Massanzügen bis zu solchen mit grünen Haaren -, aus mindestens zehn Ländern wurde auch angefragt, ob eine parallele Veranstaltung möglich wäre. Genau das wollen wir jetzt probieren.'

Aus diesem Grund wird Davies, der am Institut für Computersicherheit der London School of Economics als Dozent lehrt, im November Deutschland, Frankreich und die USA besuchen.


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